Wie entstand die Fotografie? - fotogreasy.de

Fotografieren ist heute so leicht wie noch nie. Mit den auf dem Markt erhältlichen Kameras ist es ohne weiteres möglich dutzende von Fotos innerhalb kurzer Zeit zu schießen oder einen Film in HD aufzunehmen. Anschließend können die Bilder und Video's auf dem integrierten Display betrachtet werden. Ist eines nicht wie gewünscht, dann wird es einfach gelöscht und noch einmal geschossen. Doch dies war nicht immer so. Noch vor ca. 200 Jahren steckte die ganze Thematik Fotografie in den Kinderschuhen. Die ersten erfolgreichen Experimente wurden von Nicéphone Niepce durchgeführt. Unter Zuhilfenahme der bis Dato schon bekannten Camera Obscura. Die Camera Obscura war ein Raum oder auch nur eine Kiste, welche im Inneren komplett schwarz war. In der jeweiligen Wand, die zu dem Objekt der Begierde zeigte, befand sich ein kleines Loch. Durch dieses Loch der Camera Obscura wurde ein Abbild des Motivs an die gegenüberliegende Wand geworfen, zwar stand dieses Bild auf dem Kopf, war dennoch detailgetreu. Dies hatten auch schon Maler erkannt und damit ganze Bilder gemalt. Nicéphone Niepce nutze diese Technik und lies das einfallende Licht auf eine Platte fallen, diese war mit einer lichtempfindlichen Schicht ausgestattet. Die ersten Bilder waren sehr empfindlich und verblassten extrem schnell. Erst 1826 gelang es Niepce das erste beständige Bild zu entwickeln. Dies brauchte gerade einmal eine Belichtungszeit von nicht weniger als 8 Stunden. Ein kompletter Arbeitstag für ein Foto? Das war jedenfalls nichts für bewegliche Objekte oder gar für Portraits. Zusammen mit Louis Daquerre hat es Nicéphone Niepce geschafft ,die Belichtungszeit zu reduzieren und das auch nur durch einen Zufall. Daquerre hatte über Versuch und Irrtum entdeckt, dass die Platten weniger Belichtungszeit benötigten, wenn diese mit Quecksilber bedampft wurden. Durch die neu entdeckte Methode war es möglich die Belichtungszeit um mehr als 99% zu senken, aber dies war für heutige Maßstäbe immer noch viel. Immerhin schafften Sie es die Belichtungszeit im Sommer auf 4 Minuten und im Winter auf 15 Minuten zu reduzieren.

Ein paar Jahre später gelang William Henry Fox ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Fotografie. Mit seinem neu entwickelten Papier-Negativ-Positiv-Verfahren war es erstmals möglich, dass mehrere Abzüge von einer Aufnahme gemacht werden konnten. Bei Niepce und Daquerre waren die Fotografien noch Unikate.

Bei dem von Talbot entwickelten Verfahren, gab es Probleme durch die niedrige Auflösung und die sichtbare Papiermaserung, welche sehr störend wirkte. Dank Frederich Scott Archer war es 1851 möglich diese Probleme zu beheben. Mit seinem Nass-Kollodium-Verfahren konnte eine Glasplatte, welche mit Silberhalogenid beschichtet war, belichtet werdem. Dadurch wurde eine bessere Auflösung erreicht und es waren keine Maserungen von Papier mehr zu sehen. Der Nachteil dieser Methode bestand darin, dass das Belichten der Glasplatte nur möglich war, solange das Kollodium nocht nicht verdampft war. Erst 20 Jahre später gelang es Richard Leach Maddox eine Platte zu entwickeln, die keine Verdampfung benötigte. Die Platte von Richard Leach Maddox war mit einer Bromsilber-Gelatine-Schicht versehen. Auch wenn durch diese ganzen Meilensteine die Fotografie vorangetrieben wurde und immer wieder für ein einfacheres Fotografieren sorgte, gab es dennoch ein Problem. Die Platten waren schwer und unhandlich, nach jedem Foto musste eine frische Platte eingelegt werden. Das war sehr umständlich und zeitraubend.

Ganze 18 Jahre später schien dies George Eastman zu stören, denn er hat als erster einen Rollfilm entwickelt. Damit war es möglich mehrere Foto's hintereinander zu schießen. Eastman war ein echter Geschäftsmann, denn er hatte eine Dienstleistung ins Leben gerufen, die es so noch nicht gegeben hatte. In Kooperation mit der Firma Kodak hat Eastman die Filme seiner Kunden entwickeln lassen. Dazu mussten diese ihre komplette Kamera abgeben. Eastman schickte das gute Stück zu Kodak. Kodak entwickelte den Film und legte anschließend gleich einen neuen Film in die Kamera. Das war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Fotografie, denn damit stieg die Popularität ungemein.

1905 hatte Oskar Barnack eine grandiose Idee, von einem Negativ-Format. Dies konnte er aber erst 1915 als Entwicklungsleiter bei Kodak umsetzen. Zusammen mit der ersten Kleinbildkamera war das eine super Erfindung. Die Einführung verzögerte sich allerdings um weitere 10 Jahre, da der erste Weltkrieg hierbei einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. 1925 war es dann endlich soweit, die erste Kleinbildkamera mit Sucher und einen Objektiv mit 50mm Brennweite konnte der Welt vorgestellt werden. Das machte das Fotografieren noch einfacher als bisher.

1936 gelang es dem Unternehmen AGFA einen Farbfilm zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

In den 1950er Jahren wurde die erste Spiegelreflexkamera vorgestellt. Der Vorteil einer Spiegelreflexkamera ist, dass der Fotograf das endgültige Foto in seinem Sucher betrachten kann. Dies ist durch den Umlenkspiegel möglich. Beim Betätigen des Auslösers schwenkt der Umlenkspiegel beiseite und das Licht konnte den Film belichten.

Nur wenige Jahre später machte das Unternehmen Canon, mit einer automatischen Schärfeeinstellung, auf sich aufmerksam. Zehn Jahre später gelang dem Unternehmen Rollei ein weiterer Meilenstein, durch die neue Technik gab es nicht nur die Möglichkeit einer automatischen Schärfeeinstellung, sondern wurde jetzt auch zum allerersten mal die Blende und Verschlusszeit automatisch gesteuert. Jetzt konnten die Fotografen sich voll und ganz auf ihre Motive konzentrieren.

Mit der digitalen Revolution Anfang des 20 Jahrhundert konnte der Film komplett eingespart werden, denn die Bilder werden von nun an auf Speicherkarten abgelegt. Damit ist ein sofortiges Betrachten des Meisterwerkes möglich und wenn es nicht gefällt wird es einfach wieder gelöscht.

[Quelle: Butt, Salim: Geschichte der Fotografie, URL: http://www.planet-wissen.de/kultur/medien/geschichte_der_fotografie/index.html (Stand: 05.01.2017)]